Karbide — die Erdnüsse in der Erdnussbutter
Was macht einen Stahl eigentlich hart? Die Antwort liegt in winzigen Körnchen namens Karbide — Verbindungen von Metall mit Kohlenstoff. Ab einem Kohlenstoffgehalt von über 0,8 % bilden sich diese Hartphasen im Stahl.
Man stelle sich die Karbide als Erdnüsse in stückiger Erdnussbutter vor: die harten Körnchen in der weicheren Grundmasse. Je feiner diese Körner, desto schärfer lässt sich die Klinge schleifen. Ein grob körniger Stahl wird nie so scharf wie ein feinkörniger — egal wie lange man schleift.
Oder, um es anders zu sagen: Stellt euch das Gebiss eines alten Menschen vor, der nur noch drei Zähne besitzt. Die Gefahr wäre hoch, dass aus drei Zähnen bald zwei werden. Ganz genauso verhält es sich mit groben Karbiden in der Schneide.
Chromkarbide sind das Problem: Stahllegierungen mit Chromanteil neigen zu grobkörnigen Karbiden. Chrom macht das Messer rosttträger — aber ein chromhaltiges Messer kann nie so fein geschliffen werden und ist deutlich weniger schneidhaltig, da die grobkörnigen Karbide in der Schneide schneller ausbrechen.
Unsere Werkzeugstähle 1.2842 und 1.5634 bilden feine Karbide — ohne die groben Chromkarbide rostfreier Stähle. Das ist der Grund, warum unsere Damastmesser so gut schneiden.