Seit 2015 schmieden wir Damastmesser in unserer Werkstatt in Uchte — mit einem Ajax von 1913, vier Paar Händen und der Überzeugung, dass ein gutes Messer mindestens zweimal vererbt wird.
Wer nach Uchte fährt, fährt erst einmal ins Nichts. Felder, Moorlandschaft, ein paar Birken am Straßenrand. Dann biegt man von der B61 ab, folgt der Beschilderung, und nach sechs Kilometern steht man vor einem Hof, der aussieht, als gehöre er schon immer hierher.
Das ist unsere Moorschmiede. Darlaten 55, mitten im Moor.
Wer die Tür öffnet, riecht es sofort — Schmiedeöl und heißer Stahl. Der Blick fällt auf patinierte Arbeitsbänke mit tiefen Rillen, auf den Ajax, der in der Ecke wartet, auf die Esse, deren Glut den Raum in ein warmes Licht taucht. „Einmalige Stimmung“, schrieb ein Teilnehmer. „Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt.“

Seit 2024 arbeiten wir an zwei Standorten. In der alten Schmiede an Darlaten 55 wird geschmiedet — Feuerverschweißen, Falten, Ausschmieden am Amboss. Am ersten Kurstag ist hier jeder. In der neuen Werkstatt an Darlaten 5, ein paar hundert Meter weiter, stehen Bandschleifer und Topfschleifmaschine. Hier wird aus dem Rohling ein Messer — geschliffen, gehärtet, geschliffen, geätzt, griffmontiert, geschärft.
Dazwischen gibt es Mittagessen. Gemeinsam, am großen Tisch. Das gehört dazu.
In der Ecke der alten Schmiede steht eine Maschine, die älter ist als alles andere im Raum. Ein riemenbetriebener Federhammer, Typ Ajax II, gebaut 1913. Er ist das Herz unserer Werkstatt.
Was der Ajax tut, ist einfach zu beschreiben: Er verschweißt und faltet Stahlpakete. Zwei Werkzeugstähle — 1.2842 und 1.5634 — werden auf 1.200°C erhitzt und unter seinen Schlägen zu Damast. Aus 14 Lagen werden 56, aus 56 werden 224. So entsteht, Schicht für Schicht, ein Material, das bei korrekter Wärmebehandlung jeder modernen Monostahlklinge mindestens ebenbürtig ist.

Was der Ajax bewirkt, ist schwerer in Worte zu fassen. Es ist der Klang. Jeder, der einmal in der Werkstatt stand, erinnert sich daran.
„Den Klang des Fallhammers haben wir noch immer im Ohr.“
— Christian & Finni
„Ich höre noch den Takt des Federhammers.“
— B. HM
Dieses rhythmische Donnern, wenn der Riemen läuft und der Hammer auf glühenden Stahl trifft — das ist keine Folklore. Das ist der Moment, in dem aus zwei Stahlsorten ein Material wird, das es vorher nicht gab. Und der Klang davon bleibt.

Ein Vater, zwei Söhne, ein Schwiegersohn. Vier Kursleiter in Vollzeit, seit 2016 gemeinsam in der Werkstatt. Was sie verbindet, ist nicht nur die Familie — es ist die Freude an einem Handwerk, das älter ist als die Schrift.

Wolfs Großvater pflegte zu sagen: „Der erste Mensch war ein Messerschmied.“ Wolf nahm das wörtlich. Nach seiner Lehre 1985 gründete er ein Unternehmen in der Metallverarbeitung. 1994 begann seine pädagogische Laufbahn als Kunst- und Handwerkslehrer — gefolgt von zehn Jahren Weiterbildung an der Vidar-Skolen in Kopenhagen, als Schüler von Meisterschmied Peter Pechmann (Dresden), dem Kunsthistoriker und Schmied Ove Frankel (DK) und dem Künstler und Bronzegießer Felo Hettich (NL).
Zwanzig Jahre lang gab er sein Wissen an Jugendliche weiter — vom Bronzeguss über Freiformschmieden und Kupfertreiben bis zum Edelmetallguss. 2015 schloss er seine Fortbildung im Damaszenermesserschmieden ab und gründete Moorschmied. Der Senior. Der alte Meister.

Reinhard Herrmann B.Sc. (Jahrgang 1991) ist der Mann, der am Amboss rechnet. Sein Maschinenbau-Studium an der TU Darmstadt brachte er als Schwiegersohn 2016 in den Familienbetrieb mit — seither hauptberuflich Kursleiter, mit dem ruhigen Blick des Ingenieurs für jeden Arbeitsschritt. Sein vertieftes Wissen im Ingenieurswesen bringt den Betrieb wissenschaftlich voran.
Auf Messen und im Kurs ist er der Ansprechpartner für alles, was mit Stahlsorten, Martensit und Wärmebehandlung zu tun hat — der Mann, der ein Damastpaket genauso präzise erklären kann wie die Anlasstemperaturen einer Klinge. Wer bei Moorschmied anruft, hört seine Stimme am anderen Ende — gewissenhaft, präzise, technisch exakt.

Wieland Schröppe (Jahrgang 1991) studierte Jura, Kunst- und Frühgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen — und entschied sich dann für Feuer und Stahl. Seit der Gründung verantwortet er Marketing, Fotografie und Presse und gibt als Kursleiter seine Leidenschaft für Damaszener Stahl und Klingengeometrie weiter. Er ist der Mann hinter den Bildern, die während der Kurse entstehen — und der Grund, warum Halali-Magazin, Der Feinschmecker und das MESSER MAGAZIN über die Moorschmiede berichteten.
Auf der IWA Outdoor Classics in Nürnberg vertritt er Moorschmied regelmäßig als Aussteller. Sein Blick für Ästhetik prägt nicht nur die Messer, sondern auch das gesamte Erscheinungsbild von Moorschmied — ohne Agentur. Handgemacht, wie unsere Messer.

Der Jüngste lernte bei den Ältesten. Weking Schröppe (Jahrgang 1998) ging bei Frank und Alex Rommel von Otter-Messer in Solingen in die Lehre — Traditionshaus der Solinger Messerindustrie. Die Meisterprüfung als Präzisionswerkzeugmechaniker in der Fachrichtung Schneidwerkzeuge legte er an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale ab — deutschlandweit die einzige Meisterschule, die alle vier Teile der Ausbildung im Schneidwerkzeugbereich abdeckt. Was er mitbringt, ist die grundständige Solinger Tradition — die echte, mit staatlich geprüftem Meisterwissen.
Gleichzeitig ist er die Stimme in den E-Mails — verwaltet die Buchungen, ist Herr der Kurstermine. Wer bei info@moorschmied.de anfragt, bekommt seine Antwort: warm, verbindlich, mit dem Kursvertrag im Anhang.
„Wir haben mit jeder Faser gespürt, dass Familie Schröppe für die Schmiedekunst lebt.“
— Jerome Machens
Das heißt: volle Kontrolle über jeden Arbeitsschritt. In der Moorschmiede wird jedes Messer von Anfang bis Ende von Hand und nur von uns gefertigt. Wir schmieden unseren Damaststahl, stabilisieren ausgewählte heimische Hölzer selbst, fertigen unsere Mosaikpins und vieles mehr.
Wir schmieden unseren Damast aus den Werkzeugstählen 1.2842 und 1.5634 — und immer ohne das Flussmittel Borax. Es gibt Breitengrade auf der Welt, an denen werden Damastmesser aus Baustahl und Dosenblech mit qualitätsminderndem Borax geschmiedet. Das Ergebnis sieht hübsch aus, hält aber keiner ernsthaften Prüfung stand. Unser Damaststahl erreicht eine Endhärte von HRC 60/61 — und wir garantieren die erstklassige Qualität als handgefertigtes Unikat aus deutscher Herstellung ein Leben lang.
„Einem Metzgermesser kann man beim Verschwinden zuschauen. Ein gutes Damastmesser wird mindestens zweimal vererbt.“
Der Verlag kam auf uns zu — nicht umgekehrt. Unser Fachbuch über Messer, Stahl und Schärfe ist ein Gemeinschaftswerk mit zehn weiteren Fachleuten aus ganz Deutschland: Innungs-Obermeister, Professoren, Meister, Wissenschaftler.
Zum Schärfbuch →Einer der ältesten Waffenhersteller der Welt, gegründet 1751. Gemeinsam haben wir das „Sauer Moorschmied Jagdmesser“ entwickelt — 320 Lagen Damast, HRC 61, mit einem kaltgehämmerten Laufabschnitt einer Sauer-Büchse in jeder Klinge.
Offiziell aufgenommen als anerkannte deutsche Manufaktur. Ein kuratiertes Netzwerk von Handwerksbetrieben, die nach denselben Maßstäben arbeiten wie wir: von Hand, ohne Kompromiss, mit dem Anspruch, dass Qualität kein Zufall ist.
Du willst wissen, welcher Kurs zu Dir passt?
Eure Moorschmied-Familie
Wolf, Reinhard, Wieland und Weking
Einlösbar auf jeden Kurs. 3 Jahre gültig.