Wie eine 1.500 Jahre alte Beschreibung zur Inspiration für Moorschmieds einzigartige Kupferdamast-Technik wurde.
Wurmrot™ ist eine von Moorschmied entwickelte Schmiedeverbundtechnik, bei der Lagen einer speziellen Kupferlegierung in das Damaststahl-Paket eingefügt und bei über 1.200 °C feuerverschweißt werden. Das Ergebnis: Klingen, deren Muster durch den Kontrast von rotem Kupfer und tiefschwarzem Stahl zum Augengenuß wird — inspiriert vom gotischen Begriff «Wurmbunt» aus dem 6. Jahrhundert.
In einer Welt, in der sich Damastmesser oft nur durch die Anzahl der Lagen unterscheiden, hat Moorschmied etwas geschaffen, das es nur einmal gibt: Wurmrot. Eine Technik, die nicht im Labor erfunden wurde, sondern an der Esse — dort, wo seit 2015 Stahl auf Kupfer trifft und etwas entsteht, das mehr ist als ein Messer.
Es ist eine Geschichte, die 1.500 Jahre zurückreicht. Zu einem Gotenkoenig, der Schwerter beschrieb, als wären sie lebendig.
Wurmrot ist eine Moorschmied-eigene Schmiedeverbundtechnik. Das Prinzip: Lagen einer speziellen Kupferlegierung werden dem Stahlpaket aus 1.2842 und 1.5634 beigefügt. Dann werden alle Metalle gemeinsam feuerverschweißt — ohne Borax, wie bei Moorschmied üblich.
Das Ergebnis ist ein Material, das in der Messerwelt seinesgleichen sucht: Rotes Kupfer fließt in organischen Mustern durch tiefschwarzen Klingenstahl. Kein Damastmesser der Welt sieht so aus wie ein Wurmrot-Messer.
Wichtig: Die Mittellage jeder Wurmrot-Klinge besteht aus hochwertigem Wolframstahl als Schneidlage. Die Kupferlegierung dient dem Muster und dem Korrosionsschutz — die Schneideigenschaften bleiben erstklassig.
«Selbstverständlich ist die Mittellage der Wurmrot-Klingen als Schneidlage aus hochwertigem Messerstahl geschmiedet, um die erstklassigen Schneideeigenschaften unserer Messer weiterhin gewährleisten zu können», so Wieland Schröppe vom Familienbetrieb Moorschmied.
Um 500 n. Chr. beschrieb der Gotenkoenig Theoderich der Große in einem Brief aus Ravenna polierte Schwertklingen, die ihm als Geschenk übersandt worden waren. Seine Worte gelten als eine der ältesten Beschreibungen von Damaszener Stahl in Europa:
«Ihre Mitte, mit schönen Vertiefungen ausgehöhlt, erscheint wie mit Würmlein gekräuselt, und hier spielen so mannigfache Schatten, daß man glauben möchte, das glänzende Metall sei mit vielen Farben verwoben.» — Theoderich der Große, Brief aus Ravenna, um 500 n. Chr.
Dieser Brief des Gotenkönigs Theoderich aus Ravenna (um 500 n. Chr.) ist eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse über gemusterten Stahl in Europa. Theoderich beschreibt Schwerter, die er als diplomatisches Geschenk erhalten hat — und ist sichtlich beeindruckt von der Musterung, die er als «winzige Würmchen» beschreibt.
Genau dieses Muster — das Spiel aus hellen und dunklen Stahllagen — entsteht auch heute noch bei jedem Wurmrot-Messer. Die Technik ist 1.500 Jahre alt. Die Faszination ist dieselbe.
Der altnordische Begriff Wurmbunt beschreibt genau diesen Effekt: das Spiel einer sich bewegenden Schlange — eines «Wurms» — auf polierten Klingen mit Torsionsschweißmustern, wenn Licht über die Oberfläche gleitet.
Moorschmied hat diesen beinahe mythischen Begriff aufgegriffen und weitergedacht: Wurmrot — der Wurm im roten Kupfer. Eine Verbindung aus 1.500 Jahre altem Handwerkswissen und moderner Schmiedetechnik.
Kupfer und Stahl haben unterschiedliche Schmelzpunkte, unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten, unterschiedliche Reaktionen auf Hitze. Sie zusammenzuschweißen ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Damastschmiedekunst.
Kupfer schmilzt bei etwa 1.085 °C. Stahl wird bei 1.200 °C feuerverschweißt. Das Zeitfenster, in dem beide Materialien verschweißbar sind, ohne dass das Kupfer verbrennt, ist extrem schmal. Zu heiß: das Kupfer löst sich auf. Zu kalt: keine Verbindung.
Hinzu kommt: Moorschmied arbeitet boraxfrei. Was bei reinem Stahldamast bereits eine Besonderheit ist, wird bei Kupferdamast zur Meisterleistung — denn Kupferoxid bildet sich noch schneller als Eisenoxid.
Die vielleicht eindrucksvollste Bestätigung für die Qualität von Wurmrot kommt aus Solingen: Otter-Messer, eines der ältesten Traditionsunternehmen der deutschen Messerindustrie, hat Moorschmieds Kupferdamast-Klingen in sein ikonisches Mercator-Messer integriert.
Der Wurmrot™-Mercator vereint zwei Welten: die seit 1867 bewährte Solinger Klappform mit Moorschmieds Kupferdamast aus Niedersachsen. Die Verbindung kam über Weking Schröppe zustande — er hat seine Ausbildung zum Präzisionswerkzeugmechaniker in Solingen absolviert und 2024 den Meistertitel erworben.
Wieland Schröppe: «Neben dem Volldamast-Mercator mit 100% Moorschmied-Damast in Klinge und Kasten präsentieren wir nun als Sonderedition auch das Kupfermodell mit Wurmrot™ Klinge.»
So entstanden drei gemeinsame Produkte:
Kupfer in Damaszener Stahl einzuschweißen ist technisch möglich — theoretisch. In der Praxis scheitern die meisten daran, dass Kupfer und Stahl so unterschiedlich auf Hitze reagieren. Moorschmied hat über Jahre ein Verfahren entwickelt, das zuverlässig reproduzierbare Ergebnisse liefert.
Das Ergebnis ist markenrechtlich geschützt: Wurmrot™ darf nur Moorschmied heißen. Es ist nicht nur ein Name — es ist ein Qualitätsversprechen:
Die Wurmrot-Technik ist nicht nur Handwerk — sie ist wissenschaftlich dokumentiert. Im Fachbuch des Kosmos Verlags, einem der renommiertesten deutschen Sachbuchverlage, beschreibt das Moorschmied-Team den Entwicklungsprozess hinter Wurmrot und die metallurgischen Grundlagen der Kupfer-Stahl-Feuerschweißung.
Die Zusammenarbeit mit der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale — deutschlandweit die einzige Meisterschule, die alle vier Teile der Ausbildung im Schneidwerkzeugbereich abdeckt — spielte dabei eine zentrale Rolle. «Es war ein großartiger Prozess, der sogar zu grundlegenden wissenschaftlichen Diskussionen in der Fachszene führte», heißt es im Buch über diese Zusammenarbeit.
10 Co-Autoren haben am Kosmos-Fachbuch mitgewirkt — darunter Meister, Professoren und Innungsobermeister. Das Buch dokumentiert neben Wurmrot auch Moorschmieds boraxfreies Feuerschweißverfahren, die Stahlauswahl (1.2842 + 1.5634 Werkzeugstähle) und die Geschichte des Damaszener Stahls über 2,6 Millionen Jahre.
Im Premiumkurs und auf Anfrage im Intensivkurs kannst du Wurmrot-Elemente in dein eigenes Messer integrieren. Kupferdamast als Ziereinlage, als Griffelement oder als komplettes Klingenpaket mit Wolframstahl-Schneidlage — besprich deine Wünsche direkt mit dem Team.
Außerdem steht Wurmrot für Kleinserien im Klappmesser- und Steakbesteck-Segment zur Verfügung. Du bekommst ein Messer, das es kein zweites Mal auf der Welt gibt — weder im Muster noch in der Materialverbindung.
«Messerschmiede gibt es viele, die Moorschmiede gibt es nur einmal.» — Frank H., Google 5★
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