Tag 2 (und 3) — aus dem Rohling wird ein Messer
Am zweiten Tag geht es um 9 Uhr in der neuen Werkstatt in Darlaten 5 weiter. Hier stehen Bandschleifer, Topfschleifmaschine und alles, was für die Feinarbeit gebraucht wird. Aus dem Rohling wird Schritt für Schritt ein Messer: Form, Schliff, Härtung, Ätzung, Griffaufbau.
Die Wärmebehandlung ist dabei das eigentliche Geheimnis: Ein Stahl wird durch Schmieden zunächst „schlechter“ — das Gefüge vergröbert sich, Spannungen entstehen. Erst durch dreimaliges Normalglühen, Härten in Öl und kontrolliertes Anlassen entsteht ein Stahlgefüge, das bei Rockwell-Härte 60/61 sowohl extrem hart als auch zäh genug ist, um nicht zu brechen.
Der Moment, in dem das Damastmuster nach dem Ätzen zum ersten Mal sichtbar wird, ist für die meisten Teilnehmer der emotionale Höhepunkt. Plötzlich sieht man die Lagen, die man selbst gefaltet hat — das Muster war die ganze Zeit im Stahl verborgen.
Am Ende steht die Schärfschule: Ihr lernt, euer Messer selbst zu schärfen — vom 500er Grundschliff über den 1500er Vorschliff und das 5000er Abziehen bis zum Lederfinish. Mit der Daumen-Methode für den richtigen Winkel. Und dann geht es rasiermesserscharf nach Hause.
„5 Sterne reichen nicht für dieses tolle Erlebnis!“ — Tobias W.