Fehler 3
Das Messer nass liegen lassen
Damaszener Stahl aus Werkzeugstählen ist nicht rostfrei. Das ist kein Mangel — es ist der Grund, warum er so gut schneidet. Aber Feuchtigkeit über längere Zeit führt zu Flugrost. Besonders an der Schneide, wo der Stahl am dünnsten ist.
Und weitaus problematischer als die Optik ist die Funktion: Man stelle sich vor, wie fein wir eine gut geschärfte Schneide ausgeschliffen haben. Kommt es dort zu Korrosion, sind die funktionalen Auswirkungen enorm. Da hilft nur Nachschärfen — oder bei schwerem Rostbefall ein kompletter Reparaturschliff.
Ist doch einmal eine Verfärbung zu sehen? Ein Schleifvlies, feine Stahlwolle oder 1000er Schleifpapier — und die Oberfläche wird wieder gleichmäßig. Einen „Strich“ daran bringen, wie der Büchsenmacher sagt.
✓ Richtig: Nach dem Schneiden kurz abwischen und trocken wegstellen. Nicht nass liegen lassen — das ist die goldene Regel.
Fehler 4
Falsches Öl oder gar kein Öl
Muss ich mein rostfähiges Messer ständig ölen? Wirklich nach jeder Benutzung? Wir können das nicht so bestätigen. Was macht das Öl? Es bildet einen Schutzfilm auf dem Stahl. Da wo ein öliger Film ist, kann kein Wasser den Stahl oxidieren lassen.
Aber aufgepasst: Olivenöl wird ranzig. Sonnenblumenöl verharzt. Kriechöl gehört an Fahrradketten, nicht an Lebensmittel-Werkzeuge. Leinöl verharzt ebenfalls — was am Holzgriff erwünscht ist, hat auf der Klinge nichts verloren.
Bei den Japanern und zunehmend bei pfleglichen Europäern hat sich Kamelienöl durchgesetzt — das Öl aus den Samen der Kamelie. Es ist rein pflanzlich, kann also getrost in den Salat hineingeschnippelt werden, eignet sich für die Hautpflege und soll sogar bei schütterem bis fehlendem Haupthaar einen gesunden Glanz verleihen. Die Japaner nutzen es für jegliches Werkzeug aus Kohlenstoffstahl — aus gutem Grund.
✓ Richtig: Kamelienöl. Säurefrei, niedrigviskos, verharzt nicht, nicht flüchtig. Dünn auftragen, einwirken lassen, fertig. Ab und zu reicht bei regelmäßiger Nutzung.
Fehler 5
Das Schnittgut mit der Schneide vom Brett schieben
Schieben Sie niemals mit der Schneide das Schnittgut vom Brett herunter. Das verschleißt die feine Schneide in Windeseile. Dafür hat das Messer vom lieben Gott seinen Rücken bekommen. Einmal das Messer umdrehen — und schon fliegt das Geschnippelte in den Topf.
Klingt simpel, aber dieser eine Griff zerstört mehr Schneiden als jeder Wetzstahl.
✓ Richtig: Messer umdrehen, Rücken nutzen. Oder ein Teigschaber nehmen.